Unser Verein


 

Feuerordnung des

Königlichen Marktes Schmidtmühlen

 

(Genehmigt durch hohe Regierungsentschließung vom

17.September 1861, Nummer 38299)

 

§ 1 Ein entstandener Brand, es mag derselbe gefährlich oder nicht gefährlich erscheinen, darf nie verheimlichet werden, vielmehr ist ungesäumt Lärmen zu machen, und die Nachtwächter sind verpflichtet, wenn sie während ihrer Patrouillen Spuren eines Brandes wahrnehmen, solche zu verfolgen, und über die Entdeckung ungesäumte Anzeige zu erstatten.

 

§ 2 Bei Ausbruch eines Feuers im hiesigen Markte wird sofort mit sämmtlichen Glocken im Glockenhaufe der Kirche durch die zum Läuten bestellten Personen geläutet, die Tambours der Landwehr, sowie drei Trompeter derselben, haben im ganzen Markte, sowie am Brunlaut und Langbruck, und der Nachtwächter mit dem Horne das Zeichen so lange zu geben, bis der Brand abnimmt.

 

 

 

 

Ganz so dramatisch wie in den ersten Paragraphen der Feuerordnung aus dem Jahre 1861 ist es mittlerweile im (nicht mehr königlichen) Markt Schmidmühlen nicht mehr. Doch eines hat sich in den vergangenen Jahrhunderten nicht geändert: die Angst vor dem Ausbruch eines Feuers und der damit verbundene Schaden an Sachgütern, Tieren oder gar Menschen. Heute erfolgt die Alarmierung zu einem Feuerwehreinsatz nicht mehr emotional und sicher in großer Aufregung mittels Kirchenglocken „im Glockenhaufe“ oder durch einen Nachtwächter, eine Sachlichkeit ist an diese Stelle in Form einer akustischen Feuersirene oder die Funkwecker getreten. Eines ist auch noch gleichgeblieben: Im Notfall können sich die Bürger auf ihre Feuerwehr verlassen. Die Freiwillige Feuerwehr Schmidmühlen hat es in ihrer Geschichte immer wieder geschafft, sich den Veränderungen der Zeit anzupassen. Damit ist nicht nur die Ausrüstung gemeint, sondern auch das Miteinander der Generationen in der Wehr. Viele Jugendliche sind mittlerweile in der FFW Schmidmühlen aktiv, während sich die altgedienten Florianijünger bei einem Seniorennachmittag über die Arbeit der Wehr informieren können. In kaum einem anderen Verein ist die Vereinsgeschichte mit historischen Geräten oder Fotos so lückenlos dokumentiert wie bei der Feuerwehr. So hat man noch die alten Spritzenwagen aus dem Jahr 1718 und 1921 im Besitz. Durchaus zeitfüllend sind die Geschichten, die vor allem seit der Motorisierung mit einem Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) im Jahr 1964 begann. Was heute räumlich und ausrüstungsmäßig ein guter Standard ist, musste sich über Jahrzehnte hart erarbeitet werden. Nachdem das TSF seinen Dienst zwei Jahrzehnte getan hatte, kaufte der Markt 1974 das „LF 8 leicht“ der FFW Vilshofen, ein Fahrzeug, nicht unbedingt bestens motorisiert. So kam es schon mal vor, dass es im Schritttempo bei Blaulicht und Martinshorn bergauf ging. Schon damals waren die Gerätewarte mit die wichtigsten Personen, die für die Einsatzbereitschaft der Wehr sorgten. Eine deutliche Verbesserung verschaffte der Kauf eines LF 16 mit Atemschutz und Rettungsschere. Heute gehört die FFW Schmidmühlen mit einer bestens ausgebildeten und motivierten Truppe sowie ihrem LF 16 und einem Mehrzweckfahrzeug zu den zuverlässigsten Feuerwehren im südlichen Landkreis.

Doch nicht nur was den Übungsbetrieb und die Einsatzbereitschaft anbelangt, braucht die Wehr keinen Vergleich zu scheuen. In den 70iger Jahren erlebte der Verein einen echten Mitgliederboom, und ab dem Jahre 1976 konnten sich die Wehrmänner auch um eine neue Vereinsfahne versammeln. 1980 stand ein weiterer Höhepunkt an: Das neue Gerätehaus konnte bezogen werden. Das bisherige entsprach wahrlich nicht mehr den Anforderungen. Beim Einparken des LF 8 mussten Spiegel und Antenne eingeklappt werden, die Geräte lagerten in einem gerade einmal zwei Quadratmeter großen Lagerraum. Der Feuerwehrverein ist aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken. Letztmals feierte die FFW Schmidmühlen im Jahr 1995 das 125 jährige Bestehen mit einem großen Fest. Jedes Jahr lädt die FFW zu ihrem traditionellen Johannifeuer auf den Theilberg ein, hilft beim Allerseelenschiffchen, sichert die Fronleichnamsprozession oder den Martinszug oder feiert bei ihrem Hallenfest ins Gerätehaus mit der Bevölkerung. Mit der Vereinsfahne ist man bei jedem kirchlichen und weltlichen Fest dabei, verstorbenen Kameraden gibt man das letzte Geleit.

Was über viele Jahrzehnte hinweg oder andernorts nicht denkbar ist: Bei der FFW Schmidmühlen sind mittlerweile viele Mädchen und Frauen aktiv.  Sie stellen auch bei Einsätzen „ihren Mann“. Fragt man bei den Jugendlichen nach was nun den Reiz der Feuerwehr in Schmidmühlen ausmacht, so erhält man eine ehrliche Antwort: Neben den Einsätzen und die Übungen vor allem auch die Kameradschaft. Jeden Dienstag treffen sich die Aktiven zum gemeinsamen Üben und einem Kameradschaftsabend im Gerätehaus. Denn nicht nur die Ausrüstung und die Ausbildung müssen stimmen, sondern auch das Miteinander und Füreinander. Denn der Anspruch den sich Schmidmühlens Feuerwehr gesetzt hat ist hoch: Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr. Da muss schon alles passen.

© 2019 by  Freiwillige Feuerwehr Schmidmühlen

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